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Vereinsgründung 1832. Nach dem Tagebuch des Musik- und Gesangvereins in Kandern gilt der 2. Januar 1832 als Gründungstag. Die Männer, die als Gründer bezeichnet werden, waren: Lang, Prm.-Lieutn. ä la Suite, als Vorstand; Bär, Kapellmeister der hies. Bergmusik; Brenzinger, Kunstmaler; Brenzinger, prakt. Arzt; Fribolin, Schulprovisor; Gerspach, Lithograph; Gutsch, Buchhalter in der Lito-graphie; Henneberger, Steindrucker; Johann Jakob Kammüller; Johann Georg Schanzlin.; Scheef, prakt. Arzt.; Johann Jakob Spohn und v. Kageneck, der die Statuten mit unterschrieben hatte, aber erst am 26. Juni 1834 eingetreten war.
Die Anfänge.
Es besteht aber kein Zweifel, dass die Anfänge weiter zurückliegen. Im Jahre
1834 entstand ein „Musik- und Gesangverein“ neu. Musik und Gesang standen wohl
von Anfang an in Zusammenhang, bald galt die Begeisterung mehr der Musik, bald
mehr dem Gesang. 1810 war Kandern Amtsstadt geworden. Noch lastete aber auf dem
neu geschaffenen Baden die Hand Napoleons. 1813 lag zum letzten Male fremdes
Militär hier; 132 Jahre später verzeichnet die neuerliche Geschichte wieder
Besatzungstruppen in Kandern. 1832 zogen die damaligen Truppen über den Rhein
gegen Napoleon. Im Jahr 1818 bekam Baden seine Verfassung, und bereits ein Jahr
später trat die erste Volksversammlung zusammen. Es schien, als ob der äußeren
Befreiung die innere folgen sollte. Wilhelm Deurer, der als erster Amtmann nach
Kandern kam, gab schon im ersten Jahre seines Aufenthaltes ein Rundschreiben
heraus, das die Bildung einer Lesegesellschaft bezweckte und damit die
Geselligkeit fördern sollte. Dass ihm auch die Musik am Herzen lag, beweist eine
Stelle in den Gemeindeakten. Die Bergmusik. Zunächst gilt es noch, einen Blick auf die Bergmusik zu werfen. Diese bestand hier seit langem und wurde in jener Zeit von Obersteiger Bär geleitet. Sie unterstand dem Verwalter des Bergwerks. Dadurch konnten die Musiker nicht immer wie sie wollten. Als z.B.1843 „Dr. utriusque juris Herm. von Rotteck“, Sohn des verstorbenen Karl von Rotteck, des unvergesslichen Verfechters der Interessen des Volkes, sich mit Jungfer Mez von hier verheiratete, beabsichtigte der Verein dem Paar ein Ständchen zu bringen, aber Bergrat Hug, der Mitglied des Gesangvereins war, gab seine Zustimmung zur Mitwirkung der Bergmusik nicht. So wird es manches Mal gewesen sein. Und darum gründete die junge Amtsstadt eine eigene Musik, in der einige Mitglieder der Bergmusik mitwirkten. Wir können dies daraus schließen, dass die Stadtrechnung 1815 einen Betrag von 50 fl. enthält für das „der hiesigen Stadt dienende Fagott“. Und im Jahr 1838 schrieb der „Gesang- und Musikverein“ an die Stadt, man möge ihm die von dem früheren „Bürgerlichen Musikverein“ hinterlassenen Inventarienstücke überlassen, da der Verein dieselben Ziele habe. Interessant zu lesen ist hierbei: „nur müssen wir den löblichen Gemeinderat ersuchen, vorher es mit Herrn Apotheker Hägelin dahier wegen einer Forderung von 30 fl. für zwei Klarinetten ins Reine zu bringen, damit auf dem, was wir übernehmen, nicht ebenfalls Schulden bestehen“. Es handelt sich wohl um einen Restposten, der bei Auflösung der Musik nicht zurückbezahlt wurde. Beide Posten, für das Fagott und für die Klarinetten, müssen für eine Stadtmusik angeschafft worden sein. Und wer die Begründung liest, die Amtmann Deurer damals gab, wird wohl mit uns einig gehen, dass damals auch schon Gesang gepflegt wurde. Deurer begründete seiner vorgesetzten Behörde gegenüber die Ausgaben der Stadt mit folgenden Worten: „Nach dem Bibelwort Der Mensch lebt nicht vom Brot allein` werden sie einsehen, dass durch den Musikunterricht die hiesige Jugend einen Schritt zur Bildung erreicht, welcher nur durch Musik möglich war und zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. So wie es nun Obliegenheit einer Gemeinde ist, zu so guten Zwecken ins Mittel zu greifen, wenn Privatkräfte irgend nicht hinreichen, so finde ich es nicht unbillig, dass die Stadtkasse den Kaufpreis des Fagotts einstweilen vorschießt.“
1835.
Wir müssen wir uns darüber klar sein, dass noch lange Zeit die Zahl der Sänger
recht klein war. Aber es waren Menschen, die Lust und Liebe zur Musik hatten und
darum keine Mühe scheuten.
1836.
Im
folgenden Jahr bringt das Programm die Tenorarie „Kennt ihr das Land so
wunderschön“, mit Männerchor und Blasinstrumenten, zwei Chöre von Conradin
Kreutzer, Stücke aus Opern für Harmoniemusik u. a. |