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Stand:
17. November 2009
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1905 am 16. April findet in Binzen eine Versammlung der Vereine aus
Binzen, Haagen, Tumringen, und Kandern, zur besseren Kontaktaufnahme untereinander statt.
1909 fand am 6. und 7. März wurde in Kandern der 27. Ordentliche Gauturntag abgehalten. Die Teilnehmer wurden am Bahnhof mit der Stadtmusik empfangen und in die "Sonne" begleitet, wo nach dem Mittagessen die Verhandlungen begannen. Zu diesem Gautag veranstaltete der Turnverein Lörrach einen Stafettenlauf nach
Kandern, die Strecke von 14 Kilometern wurde in 49 Minuten bewältigt.
1913 Aus diesem Jahre zeugt ein Programm davon, dass eine Abendversammlung durchgeführt wurde unter Mitwirkung der Stadtmusik und Sängern des Gesangsverein.
1918 am 18. November richten der Oberlehrer der Volksschule, A.Saaler, der Vorstand der Bürgerschule, K. Heintz und die Führer der hiesigen Jugendwehr, Reallehrer Heintz und Hauptlehrer Adler ein Gesuch an die
Stadt, ihnen einen Turn- und Übungsplatz von womöglich 1500 Quadratmeter Fläche und darüber hinaus nahe der Stadt in ebenem und trockenem Gelände zu besorgen. Bisher wurde bei der Schule geturnt, aber die Übungen der Jugendwehr auf dem Wiesen, besonders mit Spaten, hat zu Unannehmlichkeiten mit den Besitzern geführt.
1919 am 8. Juni wurde dem Turnverein eine neu gegründete
Fussballabteilung angeschlossen. "Unser Verein zählt zur Zeit sehr viele Mitglieder", schreibt der erste Vorstand Ernst Bachmann und bittet um eine Zuweisung eines Turn- und Sportplatzes. In diesem Jahre finden im März und im September im Ochsen Abendunterhaltungen statt.
1920 Mitte Februar wurde hier die "Freie Turnerschaft Kandern" gegründet. Sie hat vierzig aktive Mitglieder und alle Turngeräte außer den Sprungmatten. Sie bitten um leihweise Überlassung der Matten der Schule, bis sie selbst einige hat. Sie bittet ferner, ihnen das Schützenhaus zu überlassen, da sie im Sommer nicht wie bisher im Saale der "Krone" üben können. Unterschrieben hat der Schriftführer Riegger. Es ist immer wieder die Platzfrage. Der Turnverein hat im Sommer den früheren Bierkeller an der Sitzenkircher Strasse benutzt, aber im Winter ist dies nicht möglich.
1921 Am 8. Mai fand in Kandern ein Turn- und Spielplatz-Werbetag statt.
1925 wurde die erste Vereinsfahne geweiht. Durch Einwirkungen der Besatzungsmacht ging sie nach dem zweitem Weltkrieg mit allen Urkunden und Preisen verloren.
1926 konnte durch den unermüdlichen -einsatz von Vorstand Adolf Hanser, der grosse Geld- und Sachspenden zusammengetragen hatte , mit den Vorarbeiten zum Bau einer Turnhalle begonnen werden. Besonders erwähnt werden die Herrn Georg Thiele und Benedikt Kaiser. Den Platz bekam der Verein von Friedrich Brüderlin, dessen Weiher wurde aufgefüllt mit fünfzig Eisenbahnwagen Schotter aus dem Steinbruch bei der Wolfschlucht. Fracht und Materialkosten übernahm B. Kaiser. Vom Bahnhof musste der Schotter mit Fuhrwerken auf den Platz gefahren werden. Viele Fuhrwerksbesitzer, besonders E. Schauer von der "Krone", setzen sich ein und die aktiven Turner, etwa 30 Mann damals, waren im Einsatz. - Beim Gautag in Steinen wurde der Turnverein Kandern in die Kunstturner-Vereinigung im Turngau aufgenommen.
1927 tritt der Turnverein mit seinem neuen Plan an die Stadt heran: Der Verein habe einen Platz geschenkt bekommen gegenüber dem Sportplatz ( jetzt Sägewerksgelände), der für einen Turnhallenbau geeignet ist. Der Bau Würde 21.000 Mark erfordern. Die Stadt soll dazu einen Beitrag leisten von mindestens 14.000 Mark. Dadurch würde die Stadt das volle Verfügungsrecht über die Halle erhalten. Muss die Stadt über kurz oder lang eine eigene Turnhalle bauen, so ist mit einer Ausgabe von 35.000 bis 40.000 Mark zu rechnen. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass die Freie Turnerschaft sich nicht an der Halle beteiligen kann, weil sie ein politischer Verein ist, während nach den Statuten der Deutschen Turnerschaft keinerlei Politik im Verein getrieben werden darf. Auch wird vermerkt, dass die Gemeinde auf dem Eisweiher der Brauerei Reitter eine kleine heizbare Halle für eine Kinderschule errichten könne für etwa 8.000 Mark, dann wäre alles beisammen. Der Stadtrat kann aber darauf nicht eingehen, bevor der Voranschlag für 1927/28 aufgestellt ist. Noch im selben Jahr wurde Friedrichsheim eine Baracke gekauft, doch entschloss man sich, die Wände zu mauern und nur den Dachstuhl und das Blechdach zu verwenden.
1928 erteilte das Bezirksamt Lörrach unter Bezugnahme auf die Vorsprache des Gemeinderats Kammüller die Genehmigung zur Vornahme der notwendigen Grab- und
Fundamentarbeiten zwecks Erstellung einer Turnhalle.
1930 Beide Vereine hatten inzwischen ihren Platz: Der Turnverein bei der Papierfabrik, die freie Turnerschaft an der Marlsburger Strasse. Die Akten berichten von der Freien Turnerschaft, dass am 19. und 20. Juli hier das Bezirksfest des X. Kreises I. Bezirk des Arbeiter-, Turn und Sportbundes stattfand. Der Verein bestehe jetzt 10 Jahre und hat von der Gemeinde noch nie eine Unterstützung bekommen. Der Vorstand Fritz Schallschmidt bittet deshalb um einen Beitrag von 300 Mark, die genehmigt werden. Im November fand auf dem neuen Sportplatz ein
Fußballturnier statt.
1931 im Juni führte der Radsportverein Kandern ein
Straßenrennen durch.
1932 am 16. Januar wählte der Turnverein einen neuen Vorsitzenden. Dem Bürgermeisteramt wird mitgeteilt, dass Fortbildungsschul-Hauptlehrer Gustaf Adolf Neubauer zum 1. Vorsitzenden und der Mechaniker Willy Kammüller zum Kassenwart worden seien. Die Unterschriften der bisherigen Turnratsmitglieder Adolf Hanser und Karl Korb seien somit erloschen. Am Ostersonntag führte die Fussballabteilung der Freien Turnerschaft ein Freundschaftsspiel mit Zürich durch. Für den 8. Mai wird dem Arbeiter-Radfahrverein "Frischauf-Solidarität" die Genehmigung erteilt, einen Umzug mit Kraftfahrzeugen vom Sportplatz zum Bahnhof und zurück zu veranstalten.
1933 Am 20. August wurde im Schwimmbad das 6. Markgräfler Schwimmfest durchgeführt. Mit der Durchführung war der Turnverein Kandern unter Vorsitz von Adolf Hanser beauftragt. Das Fest war von schönem Wetter begünstigt. Rund 150 Teilnehmer waren angetreten, als Stadtpfarrer Bauer am Morgen im Schwimmbad einen Gottesdienst abhielt. Die Überaschung des Tages für die vielen fremden Teilnehmer an den Wettkämpfen war das gute Abschneiden der Kanderner Jugend, wo mit man nicht gerechnet hatte. Aber auch im Springen
überraschten besonders die Leistungen von Dr. Eugen Schmidt. - Im Zuge der politischen Umwälzungen war in diesem Jahr auch die Auflösung des Arbeiter-Turnvereins durchgeführt worden. Der Platz und die Gerätschaften wurden beschlagnahmt.
1934 Einteilung des Markgräfler Turnkreises in 5 Bezirke. Kandern kam in den Bezirk 5 zusammen mit
Binzen, Brombach, Eimeldingen, Efringen, Haagen, Hägelberg, Hauingen, Höllstein, Lörrach, Steinen, Tumringen und Weil am Rhein.
1936 Am 6. April schrieb das Bürgermeisteramt an das Bezirksamt Lörrach, dass der Turnverein Kandern sich bereit erklärt habe, die Turngeräte des aufgelösten Arbeiter-Turnvereins zum Preis von 100 Mark zu übernehmen, wenn Ratenzahlung genehmigt wird: "ES ist jetzt unbedingt darauf hin zuwirken, dass der Verkauf zustande kommt, denn die Gegenstände werden durch das lange gebrauchslose Herumstehen immer wertloser." Nach einer Aufstellung des Bezirksamt Lörrach wurden beschlagnahmt: Vom aufgelösten Turn- und Sportverein Lörrach ein Doppelreck, ein Barren, 28 Holzkeulen, und drei Hanteln, zusammen im Wert von 51 Mark. Vom aufgelösten Arbeiter-Turnverein "Freie Turnerschaft" Kandern ein zerlegbares Reck, ein Übungspferd, ein Barren, ein Sprungbrett, zwei
Fußmatten, sechzehn Keulen, eine Keulenkiste zum Pferd, zusammen im Wert von 203 Mark und 80 Pfennigen gemäß einem Schreiben vom 4. April des Vorjahres. Am 21. April 1936 erhält das Bürgermeisteramt Kandern vom Bezirksamt Lörrach die Mitteilung, dass die benannten Gegenstände durch Sattelmeister Eichin und Turnwart Willi Fischer geschätzt worden seien und dass der Gesamtwert 100 Reichsmark betrage. Sobald der Betrag and den Treuhänder abgegeben sei, werden die Gegenstände Eigentum der Gemeinde. - Wegen des Sportplatzes an der Malsburger Strasse mit Gebäuden hatte Bürgermeister Matter dem
Bezirksamt Lörrach den Vorschlag gemacht, er wolle versuchen, den hiesigen Fußballverein, der vor etwa zwei Jahren einen neuen Sportplatz auf gemeindeeigener Wiese an der Strasse Kandern - Lörrach mit erheblichen Kosten und einer
großen Kraftanstrengung angelegt hat, zu bewegen, seinen jetzigen Platz aufzugeben und den Platz des früheren Arbeitersportkartells bzw. das ganze Grundstück samt Gebäuden zu erwerben. "Das wird natürlich nur möglich sein, wenn der Kaufpreis entsprechend gestellt wird, da dem Verein durch die Umstellung auf diesem Platz wieder
größeren Kosten entstehen und aller Voraussicht nach dann auch wieder zur Gemeinde wegen einem Zuschuss kommt."
1937 hat sich der Turnverein wegen finanzieller Schwierigkeiten an den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen gewandt, weshalb Kreisführer Held aus Freiburg mit der Stadtverwaltung verhandelte. Daraufhin erhöhte die Stadt den Mietbeitrag für die Turnhallenbenutzung durch die Schule von 300 auf 400 Mark jährlich.
1939 korrespondierte die Stadt mit dem Turnverein, weil durch Ball- und
Fußballspielen immer wieder die Fensterscheiben der Turnhalle zerbrochen waren, sodass die Schüler über Kälte klagen. In der Halle und auf dem Turnplatz wurden fortan das
Fußballspielen grundsätzlich verboten.
1942 schreibt Rektor Albert Eisele an die Stadt, dass die Reinhaltung der Turnhalle zu wünschen übrig lässt. Die Halle wird ausser vom Turnverein und der Schule auch von verschiedenen Jugendorganisationen benutzt.
1946 am 23. Juni wurde in Kandern ein Sportverein durch ehemalige Mitglieder des Turnvereins und des
Fußball-Clubs gegründet. Auch der Turnverein hatte nach dem Kriege aufgehört
zu existieren, Turnen war von der französischen Besatzungsmacht verboten worden, die Turnhalle wurde beschlagnahmt. Ehemalige Turner schlossen sich zu einer Handballmannschaft zusammen. Rosel Erbacher begann mit Gymnastikübungen und Handball mit jungen Mädchen.
1948 wurde Turnen wieder erlaubt, und eine Turnabteilung im Sportverein gegründet. Die Turnhalle wurde freigegeben. Die Leitung beim Turnen hatten Fritz Schallschmidt sen. und Hermann Wagner, bei den Turnerrinnen Rosel Erbacher.
1949 wurde als erster Turnverein des Markgräfler Turngaues der "Turnverein Kandern 1844 e.V" wiedergegründet. Am 3. Dezember in der Gründungssammlung wurden gewählt: Erster Vorstand Friseurmeister Richard Wagner, zweiter Vorstand Theodor Hunziger, Schriftführer Hans Thiele, Kassiererin Erna Glöckner, Männeroberturnwarte Helmut Hunziger und Berth Wenniger, Jugendturnwart Hellmut Vollmer, Turnwart Alte Herren Erwin Schultze, Erste Frauenturnwartin Rosel Erbacher, zweite Frauenturnwartin Margarete Scherr, Tischtennis Karl Hämmerlin, Fachwart für Leichtathletik/Schwimmen/Skilauf Rudolf Erbacher, Beisitzer Fritz Schallschmidt sen., Fritz Lerner und Klara Fiedler. Im Verein wurde gleichzeitig eine Leichtathletikabteilung eingerichtet. - Beim Gauturntag wurde Theodor Hunzinger als Beisitzer in den Gauvorstand gewählt. Am Gauturnfest in Schopfheim nahmen 40 Kanderner Mitglieder teil.
1950 nahm der Turnverein Kandern als drittstärkster Verein am Bezirksturnfest in Lörrach teil und stellte siebzehn Kranzsieger. Frauenturnwartin Rosel Erbacher belegte den ersten Platz im
Gerätturnen in ihrer Altersklasse, Rolf Vollmer erreichte den dritten Platz in der Versehrtenstufe. - In diesem Jahr gründete auch Alfred Richter, selbst jahrelanger aktiver Ringer, 1936 Teilnehmer zu den Ausscheidungen zu den Olympischen Spielen in Berlin, wo er den vierten Platz belegte (leider kamen nur drei in die Olympiamannschaft), den Kraftsportverein
Kandern, der sich nach kurzer Dauer dem Turnverein anschloss.
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